Ein Rotationsverdampfer oder Rotovap ist ein Gerät, das in erster Linie in Labors eingesetzt wird, um Lösungsmittel effizient und schonend durch Verdampfen aus Proben zu entfernen.Der Wirkungsmechanismus beruht auf den Prinzipien des reduzierten Drucks, der kontrollierten Erwärmung und der kontinuierlichen Rotation des Probenkolbens.Durch die Herabsetzung des Drucks im System wird der Siedepunkt des Lösungsmittels erheblich gesenkt, so dass die Verdampfung bei niedrigeren Temperaturen erfolgen kann.Durch die Rotation des Kolbens entsteht ein dünner Film der Probe an der Innenwand, wodurch die Verdampfungsoberfläche vergrößert und eine gleichmäßige Erwärmung gewährleistet wird.Das verdampfte Lösungsmittel wird dann kondensiert und in einem separaten Kolben aufgefangen, wobei die nicht flüchtigen Bestandteile zurückbleiben.Dieses Verfahren ist besonders für wärmeempfindliche Stoffe und flüchtige Lösungsmittel geeignet, da es den thermischen Abbau minimiert und den Destillationsprozess beschleunigt.
Die wichtigsten Punkte werden erklärt:

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System mit reduziertem Druck (Vakuum):
- Der Rotationsverdampfer arbeitet unter Vakuum, wodurch der Innendruck im System gesenkt wird.
- Durch die Senkung des Drucks wird der Siedepunkt des Lösungsmittels herabgesetzt, was eine Verdampfung bei viel niedrigeren Temperaturen als bei atmosphärischem Druck ermöglicht.
- So können beispielsweise Lösungsmittel wie Dimethylformamid (DMF) oder Dimethylsulfoxid (DMSO), die bei Normaldruck einen hohen Siedepunkt haben, bei 50 °C unter einem Vakuum von 5 Torr destilliert werden.
- Dies ist von entscheidender Bedeutung, um die Integrität hitzeempfindlicher Verbindungen zu bewahren und eine thermische Zersetzung zu verhindern.
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Rotation des Verdampfungskolbens:
- Der Verdampfungskolben wird von einem motorisierten System kontinuierlich gedreht, in der Regel mit einer kontrollierten Geschwindigkeit.
- Durch die Rotation entsteht ein dünner, gleichmäßiger Film der Probe an der Innenwand des Kolbens.
- Dieser dünne Film vergrößert die für die Verdampfung verfügbare Oberfläche und beschleunigt den Prozess erheblich.
- Durch die Rotation wird auch das Phänomen des "Bumping" minimiert, bei dem plötzliches Sieden zu Spritzern oder Probenverlusten führen kann.
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Kontrollierte Heizung:
- Der Kolben ist teilweise in ein beheiztes Wasser- oder Ölbad getaucht, das eine gleichmäßige und sanfte Erwärmung gewährleistet.
- Die Wärme wird gleichmäßig über den rotierenden Kolben verteilt, was eine gleichmäßige Verdampfung des Lösungsmittels gewährleistet.
- Die Kombination aus reduziertem Druck und kontrollierter Heizung ermöglicht eine effiziente Destillation ohne übermäßige thermische Belastung der Probe.
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Kondensation und Sammlung:
- Das verdampfte Lösungsmittel wird durch eine Dampfleitung in einen Kondensator geleitet, der in der Regel durch ein zirkulierendes Kühlmittel (z. B. Wasser oder Kältemittel) gekühlt wird.
- Der Kondensator kühlt den Dampf zurück in einen flüssigen Zustand, der dann in einem separaten Auffangkolben gesammelt wird.
- Dieser Schritt stellt sicher, dass das Lösungsmittel effizient zurückgewonnen und von den nichtflüchtigen Bestandteilen der Probe getrennt wird.
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Vakuumpumpe:
- Eine Vakuumpumpe wird eingesetzt, um den Unterdruck während des gesamten Prozesses aufrechtzuerhalten.
- Die Pumpe entfernt kontinuierlich Luft und Lösungsmitteldämpfe aus dem System, um eine gleichmäßige Verdampfung zu gewährleisten und einen Druckaufbau zu verhindern.
- Die Effizienz der Vakuumpumpe wirkt sich direkt auf die Leistung des Rotationsverdampfers aus, da sie die erreichbare Druck- und Siedepunktsenkung bestimmt.
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Anwendungen und Vorteile:
- Rotationsverdampfer werden in der Chemie, Pharmazie und Lebensmittelwissenschaft häufig zur Entfernung, Konzentration und Reinigung von Lösungsmitteln eingesetzt.
- Das Verfahren ist ideal für flüchtige Lösungsmittel und wärmeempfindliche Materialien, da es den thermischen Abbau minimiert.
- Durch die Kombination aus reduziertem Druck, Rotation und kontrollierter Erwärmung ist die Rotationsverdampfung schneller und effizienter als herkömmliche Destillationsverfahren.
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Beispiel für die praktische Anwendung:
- In einer Laborumgebung könnte ein Forscher beispielsweise einen Rotationsverdampfer verwenden, um Ethanol aus einem Pflanzenextrakt zu entfernen.Unter vermindertem Druck verdampft das Ethanol bei einer niedrigeren Temperatur, wobei die bioaktiven Verbindungen im Extrakt erhalten bleiben.Der Ethanoldampf wird kondensiert und aufgefangen, so dass ein konzentrierter Extrakt im Verdampfungskolben zurückbleibt.
Durch die Kombination dieser Prinzipien - reduzierter Druck, Rotation, kontrolliertes Erhitzen und effiziente Kondensation - bietet der Rotationsverdampfer eine zuverlässige und schonende Methode zur Entfernung von Lösungsmitteln und ist damit ein unverzichtbares Werkzeug in modernen Labors.
Zusammenfassende Tabelle:
Schlüsselkomponente | Funktion |
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System mit reduziertem Druck | Senkt den Siedepunkt von Lösungsmitteln und ermöglicht die Verdampfung bei niedrigeren Temperaturen. |
Rotation des Kolbens | Erzeugt einen dünnen Film der Probe, der die Oberfläche für die Verdampfung vergrößert. |
Kontrollierte Erwärmung | Sorgt für eine gleichmäßige Erwärmung und verhindert so eine thermische Schädigung der Proben. |
Kondensation & Sammlung | Kondensiert das verdampfte Lösungsmittel in eine Flüssigkeit zur Rückgewinnung. |
Vakuumpumpe | Hält den Unterdruck für eine gleichmäßige Verdampfung aufrecht. |
Anwendungen | Ideal für die Entfernung, Konzentration und Reinigung von Lösungsmitteln im Labor. |
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