Die ersten synthetischen Diamanten in Edelsteinqualität wurden 1970 von General Electric (GE) mit einer speziellen Variante der Hochdruck-Hochtemperaturmethode (HPHT) hergestellt. Durch das Platzieren von Graphit und einem Nickel-Lösungsmittel in einem unter Druck stehenden Pyrophyllit-Rohr züchteten Wissenschaftler erfolgreich Diamantkristalle von bis zu einem Karat Größe in einem einwöchigen Prozess.
Kernbotschaft: Um Edelsteinqualität zu erreichen, war mehr als nur das Zermahlen von Kohlenstoff erforderlich; es war ein kontrollierter Temperaturgradient notwendig. Der Durchbruch von GE im Jahr 1970 beruhte auf dem Auflösen von Graphit in einem geschmolzenen Metalllösungsmittel, das dann durch die Kammer wanderte, um auf einem Diamantkeim zu kristallisieren und so die natürlichen geologischen Kräfte der Erde streng nachzuahmen.
Die GE-Produktionsmethode (1970)
Die Herstellung dieser spezifischen Steine beruhte auf einer präzisen Anordnung von Materialien und extremen physikalischen Kräften.
Das Reaktionsgefäß
Für die Reaktion wurde ein Pyrophyllit-Rohr verwendet. Dieses Material wurde gewählt, weil es Druck übertragen konnte und gleichzeitig als elektrische und thermische Isolierung diente.
Die Anordnung der Komponenten
Im Inneren des Rohrs wurden dünne Diamantkeime an jedem Ende platziert, um als Grundlage für das Wachstum zu dienen. Das Ausgangsmaterial, Graphit, wurde in der Mitte des Rohrs platziert. Ein Nickel-Lösungsmittel wurde zwischen der Graphitquelle und den Keimen positioniert, um den Kohlenstofftransport zu erleichtern.
Die Wachstumsbedingungen
Der Behälter wurde einem enormen Druck von etwa 5,5 GPa (Gigapascal) ausgesetzt und gleichzeitig auf hohe Temperaturen erhitzt. Dies schuf eine Umgebung, die den Graphit zwang, sich im geschmolzenen Nickel-Lösungsmittel zu lösen.
Der Kristallisationsprozess
Über einen Zeitraum von einer Woche wanderte der gelöste Kohlenstoff vom heißen Zentrum des Rohrs zu den kühleren Enden. Dort fiel er aus dem Metall-Lösungsmittel aus und kristallisierte auf den Keimen. Dies führte zu Edelsteinen von etwa 5 mm Größe (1 Karat).
Kontrolle von Farbe und Reinheit
Die ersten Ergebnisse dieses Prozesses waren chemisch erfolgreich, aber ästhetisch begrenzt.
Die Stickstoff-Herausforderung
Die erste Charge von Diamanten, die mit dieser Methode hergestellt wurde, hatte eine Farbe von Gelb bis Braun. Dies wurde durch Stickstoffverunreinigungen während des Wachstumsprozesses verursacht, ein häufiges Problem bei der frühen HPHT-Synthese.
Herstellung farbloser Steine
Um farblose oder "weiße" Diamanten herzustellen, führten die Forscher "Getter" ein – insbesondere Aluminium oder Titan. Diese Metalle verbanden sich chemisch mit dem Stickstoff, entfernten ihn aus dem Kristallgitter und ermöglichten so die Bildung von klarem Diamant.
Herstellung blauer Diamanten
Die Forscher fanden auch heraus, dass sie den Prozess manipulieren konnten, um gezielt Fantasiefarben zu erzeugen. Durch Zugabe von Bor zur Wachstumsumgebung produzierten sie erfolgreich blaue Diamanten.
Verständnis der Kompromisse: HPHT vs. modernes CVD
Obwohl die GE-Methode den Weg ebnete, ist es wichtig zu verstehen, wie sich diese historische HPHT-Methode mit modernen Alternativen wie der chemischen Gasphasenabscheidung (CVD) vergleichen lässt.
Metallische Einschlüsse (HPHT)
Die GE-Methode beruhte auf einem geschmolzenen Metall-Lösungsmittel (Nickel). Folglich enthalten diese Diamanten oft mikroskopische metallische Einschlüsse oder Verunreinigungen, die aus dem Katalysator stammen und die Klarheit und Magnetisierbarkeit beeinträchtigen können.
Wachstumsmechanik vs. Gasplasma (CVD)
Die HPHT-Methode ahmt die Druckkräfte der Erde nach. Im Gegensatz dazu ahmt das moderne CVD die Diamantbildung in interstellaren Gaswolken nach. CVD verwendet Plasma, um Gase bei moderaten Drücken aufzubrechen und Kohlenstoff Schicht für Schicht abzuscheiden, was oft eine höhere Reinheit ohne Metalllösungsmittel ermöglicht.
Die richtige Wahl für Ihr Ziel treffen
Das Verständnis der Geschichte der Diamantsynthese hilft bei der Bewertung moderner synthetischer Steine.
- Wenn Ihr Hauptaugenmerk auf historischer Genauigkeit liegt: Beachten Sie, dass frühe "weiße" Synthetika Aluminium- oder Titanzusätze benötigten, um Stickstoff zu entfernen, im Gegensatz zu natürlichen Steinen.
- Wenn Ihr Hauptaugenmerk auf der Identifizierung von Synthesemethoden liegt: Achten Sie auf deutliche Farbzonen oder metallische Einschlüsse, die charakteristische Merkmale des metall-lösungsmittelbasierten HPHT-Prozesses von 1970 sind.
- Wenn Ihr Hauptaugenmerk auf Reinheit liegt: Modernes CVD wird im Allgemeinen dem älteren lösungsmittelbasierten HPHT-Verfahren vorgezogen, da es metallische Verunreinigungen vermeidet und eine präzise Kontrolle des Kristallwachstums ermöglicht.
Der Durchbruch von GE im Jahr 1970 bewies, dass synthetische Diamanten in Edelsteinqualität nicht nur geologische Zufälle sind, sondern reproduzierbare Meisterleistungen der chemischen Technik.
Zusammenfassungstabelle:
| Merkmal | Details der GE HPHT-Methode von 1970 |
|---|---|
| Kernmethode | Hochdruck-Hochtemperatur (HPHT) |
| Druck | Ca. 5,5 GPa |
| Lösungsmittel/Katalysator | Geschmolzenes Nickel |
| Kohlenstoffquelle | Graphit |
| Wachstumszeit | Eine Woche |
| Erreichte Größe | ~1 Karat (5 mm) |
| Farbkontrolle | Aluminium/Titan (für farblos); Bor (für blau) |
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