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Technisches Team · Kintek Solution

Aktualisiert vor 2 Monaten

Was sind die Methoden der Infrarotspektroskopie? Ein Leitfaden zur Probenvorbereitung für Feststoffe, Flüssigkeiten und Gase


Im Kern ist die Infrarot (IR)-Spektroskopie eine Messung, wie eine Probe Infrarotlicht absorbiert. Die spezifische Methode, die verwendet wird, hängt fast ausschließlich vom physikalischen Zustand dieser Probe ab – ob es sich um einen Feststoff, eine Flüssigkeit oder ein Gas handelt. Für Feststoffe umfassen gängige Methoden die KBr-Pressling-, Mull- und Gussfilmtechniken, während Flüssigkeiten oft direkt zwischen Salzplatten analysiert werden.

Die zentrale Herausforderung in der Infrarotspektroskopie ist nicht das Instrument, sondern die Probenvorbereitung. Das Ziel ist immer dasselbe: eine dünne, gleichmäßige Schicht Ihrer Probe in den Strahlengang des Instruments zu bringen, ohne störende Signale vom Präparationsmedium selbst einzuführen.

Was sind die Methoden der Infrarotspektroskopie? Ein Leitfaden zur Probenvorbereitung für Feststoffe, Flüssigkeiten und Gase

Analyse von Feststoffproben

Die Vorbereitung eines Feststoffs für die IR-Analyse ist oft der aufwendigste Prozess, da die Probe teilweise transparent für Infrarotstrahlung gemacht werden muss. Wenn die festen Partikel zu groß sind, streuen sie das Licht, was zu einem Spektrum von schlechter Qualität führt.

Die Pressling-Technik (KBr)

Dies ist eine klassische und weit verbreitete Methode. Eine kleine Menge der festen Probe wird fein mit einem hochreinen Alkalihalogenid, am häufigsten Kaliumbromid (KBr), vermahlen.

Die Mischung wird dann unter hohem Druck in einer Matrize zu einem kleinen, transparenten Pressling gepresst. Dieser Pressling kann direkt in den Probenhalter des Spektrometers gelegt werden.

Die Mull-Technik

Bei der Mull-Technik wird die feste Probe zu einem feinen Pulver vermahlen und dann mit ein paar Tropfen eines Mullmittels (wie Nujol, ein Mineralöl) vermischt, um eine dicke Paste zu erzeugen.

Diese Paste wird dann dünn zwischen zwei IR-transparenten Salzplatten (wie NaCl oder KBr) verstrichen. Der Hauptnachteil ist, dass das Spektrum Absorptionsbanden des Mullmittels zeigt, die Teile des Probenspektrums verdecken können.

Die Gussfilm-Technik

Diese Methode ist für Feststoffe reserviert, die sich leicht in einem flüchtigen Lösungsmittel lösen lassen, wie z.B. Polymere.

Die Probe wird gelöst, und die Lösung wird auf eine flache Salzplatte gegossen. Das Lösungsmittel darf dann verdampfen, wobei ein dünner, gleichmäßiger Film der festen Probe auf der Platte zur Analyse zurückbleibt.

Abgeschwächte Totalreflexion (ATR)

Eine modernere und oft einfachere Methode ist ATR. Diese Technik erfordert sehr wenig Probenvorbereitung. Der Feststoff (oder die Flüssigkeit) wird einfach in direkten Kontakt mit einem Kristall mit hohem Brechungsindex gepresst.

Der IR-Strahl wird so durch den Kristall geleitet, dass er intern reflektiert wird. An jedem Reflexionspunkt dringt der Strahl ein kleines Stück in die Probe ein und erzeugt ein Spektrum der Oberflächenschicht.

Analyse von Flüssigkeits- und Lösungsproben

Flüssigkeiten sind im Allgemeinen viel einfacher zu analysieren als Feststoffe, da sie leicht die dünne, gleichmäßige Schicht bilden können, die für die Messung erforderlich ist.

Unverdünnte Flüssigkeiten (Sandwichzelle)

Für reine Flüssigkeiten (als „unverdünnte“ Proben bezeichnet) ist der Prozess unkompliziert. Ein einziger Tropfen der Flüssigkeit wird auf eine Salzplatte gegeben, und eine zweite Platte wird vorsichtig daraufgelegt.

Die Flüssigkeit breitet sich aus und bildet einen dünnen Kapillarfilm zwischen den Platten. Dieses „Sandwich“ wird dann montiert und direkt analysiert.

Proben in Lösung

Wenn eine feste Probe löslich ist, kann sie in Lösung analysiert werden. Die Probe wird in einem Lösungsmittel gelöst, das im interessierenden Spektralbereich minimale Absorption aufweist (z.B. Tetrachlorkohlenstoff oder Chloroform).

Die Lösung wird dann in eine spezielle Flüssigkeitszelle bekannter Schichtdicke gegeben und analysiert. Ein Spektrum des reinen Lösungsmittels muss ebenfalls aufgenommen und vom Spektrum der Probe subtrahiert werden, um das Signal des gelösten Stoffes zu isolieren.

Verständnis der Kompromisse und Fallstricke

Die Wahl einer Methode beinhaltet das Verständnis ihrer Einschränkungen. Die Qualität Ihres Spektrums hängt direkt von der Qualität Ihrer Probenvorbereitung ab.

Das Problem von Wasser und CO2

Atmosphärischer Wasserdampf und Kohlendioxid haben starke IR-Absorptionen. KBr ist auch hygroskopisch, was bedeutet, dass es leicht Feuchtigkeit aus der Luft aufnimmt. Dies kann große, breite Wasserpeaks einführen, die die Daten der Probe verdecken, insbesondere bei der KBr-Pressling-Methode.

Interferenz durch das Medium

Das Mullmittel bei der Mull-Technik und das für Lösungen verwendete Lösungsmittel haben ihre eigenen IR-Absorptionspeaks. Sie müssen sich bewusst sein, wo diese Peaks liegen, um eine Fehlinterpretation als zu Ihrer Probe gehörend zu vermeiden.

Partikelgröße ist wichtig

Für feste Proben, die mittels Mull- oder KBr-Pressling-Methoden hergestellt werden, ist es entscheidend, dass die Probe zu Partikeln vermahlen wird, die kleiner als die Wellenlänge des Infrarotlichts sind. Wenn Partikel zu groß sind, verursachen sie eine signifikante Lichtstreuung, die das Spektrum verzerrt und die Interpretation erschwert.

Auswahl der richtigen Methode für Ihre Probe

Ihre Methodenwahl sollte eine direkte Reaktion auf die physikalische Beschaffenheit Ihrer Probe und Ihre analytischen Ziele sein.

  • Wenn Ihr Hauptaugenmerk auf einem unlöslichen Feststoffpulver liegt: ATR ist der schnellste und modernste Ansatz, aber die KBr-Pressling- und Mull-Techniken sind zuverlässige traditionelle Methoden.
  • Wenn Ihr Hauptaugenmerk auf einem löslichen Feststoff oder Polymer liegt: Die Gussfilm-Technik ist hervorragend geeignet, um eine gleichmäßige Probe ohne störende Signale eines Mullmittels zu erzeugen.
  • Wenn Ihr Hauptaugenmerk auf einer reinen Flüssigkeit liegt: Eine unverdünnte Probe, die zwischen zwei Salzplatten vorbereitet wird, ist die einfachste und direkteste Methode.
  • Wenn Ihr Hauptaugenmerk auf der Analyse einer Substanz in einer bestimmten Konzentration liegt: Die Herstellung einer Lösung und die Verwendung einer Flüssigkeitszelle ist die am besten geeignete Technik.

Die richtige Abstimmung Ihrer Probenvorbereitungstechnik auf Ihr Material ist der erste und wichtigste Schritt zur Gewinnung eines aussagekräftigen Infrarotspektrums.

Zusammenfassungstabelle:

Methode Am besten geeignet für Wichtige Überlegung
KBr-Pressling Unlösliche Feststoffpulver Hygroskopisch; Partikel kleiner als IR-Wellenlänge mahlen
ATR Feststoffe & Flüssigkeiten (minimale Vorbereitung) Direkter Kontakt mit Kristall; Oberflächenanalyse
Mull-Technik Unlösliche Feststoffe (Alternative zu KBr) Peaks des Mullmittels (z.B. Nujol) erscheinen im Spektrum
Gussfilm Lösliche Feststoffe/Polymere Erfordert flüchtiges Lösungsmittel; gleichmäßiger Film nach Verdampfung
Unverdünnte Flüssigkeiten Reine Flüssigkeiten Zwischen Salzplatten geschichtet; bildet dünnen Kapillarfilm
Lösungsanalyse Feststoffe in spezifischen Konzentrationen IR-transparentes Lösungsmittel verwenden; Lösungsmittelspektrum subtrahieren

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