Wissen Was ist der Unterschied zwischen geglühtem und gehärtetem Stahl?Wichtige Einblicke für die Materialauswahl
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Technisches Team · Kintek Solution

Aktualisiert vor 2 Monaten

Was ist der Unterschied zwischen geglühtem und gehärtetem Stahl?Wichtige Einblicke für die Materialauswahl

Geglühter und gehärteter Stahl sind zwei unterschiedliche Wärmebehandlungsverfahren, die die physikalischen und mechanischen Eigenschaften von Stahl verändern.Beim Glühen wird Stahl auf eine bestimmte Temperatur erhitzt und dann langsam abgekühlt, um das Material weicher zu machen, die Duktilität zu verbessern und innere Spannungen abzubauen.Beim Anlassen hingegen wird zuvor gehärteter Stahl auf eine niedrigere Temperatur erhitzt und dann abgekühlt, um die Sprödigkeit zu verringern, während Härte und Festigkeit erhalten bleiben.Die Hauptunterschiede liegen in ihren Zwecken, Verfahren und den daraus resultierenden Materialeigenschaften.Das Glühen dient in erster Linie dazu, Stahl für die Bearbeitung oder Umformung weicher zu machen, während das Anlassen dazu dient, Härte und Zähigkeit nach dem Härten auszugleichen.

Die wichtigsten Punkte werden erklärt:

Was ist der Unterschied zwischen geglühtem und gehärtetem Stahl?Wichtige Einblicke für die Materialauswahl
  1. Zweck des Glühens vs. Anlassen:

    • Glühen: Das Hauptziel des Glühens besteht darin, den Stahl zu erweichen, seine Dehnbarkeit zu verbessern und innere Spannungen abzubauen.Dadurch lässt sich das Material leichter bearbeiten, formen oder verarbeiten.Das Glühen wird häufig nach Kaltverformungsprozessen eingesetzt, um die ursprünglichen Eigenschaften des Stahls wiederherzustellen.
    • Anlassen: Das Anlassen erfolgt nach dem Härten von Stahl, um die Sprödigkeit zu verringern und die Zähigkeit zu verbessern.Es schafft ein Gleichgewicht zwischen der beim Abschrecken erreichten Härte und dem Bedarf an Haltbarkeit und Widerstandsfähigkeit gegen Rissbildung oder Bruch unter Belastung.
  2. Temperatur und Abkühlungsprozess:

    • Glühen: Stahl wird auf eine Temperatur oberhalb seines kritischen Punktes erhitzt (je nach Stahlsorte typischerweise zwischen 700°C und 900°C) und dann langsam abgekühlt, häufig in einem Ofen.Durch diese langsame Abkühlung kann sich das Mikrogefüge des Stahls in einen stabileren und weicheren Zustand verwandeln.
    • Anlassen: Beim Anlassen wird der zuvor gehärtete Stahl auf eine niedrigere Temperatur (in der Regel zwischen 150 °C und 650 °C) erhitzt und dann abgekühlt, häufig an der Luft.Die Temperatur und die Abkühlgeschwindigkeit werden sorgfältig kontrolliert, um das gewünschte Gleichgewicht zwischen Härte und Zähigkeit zu erreichen.
  3. Auswirkung auf das Mikrogefüge:

    • Glühen: Die langsame Abkühlung während des Glühens führt zu einem grobkörnigen Perlit- oder Sphäroiditgefüge, das weicher und duktiler ist.Dieses Gefüge ist ideal für die maschinelle Bearbeitung oder Weiterverarbeitung.
    • Anlassen: Beim Anlassen wird die beim Abschrecken gebildete spröde Martensitstruktur in angelassenen Martensit umgewandelt.Diese Struktur behält eine gewisse Härte, ist aber weniger spröde und widerstandsfähiger gegen Stöße und Ermüdung.
  4. Anwendungen in der Industrie:

    • Glühen: Wird häufig in Fertigungsprozessen verwendet, bei denen Stahl geformt, bearbeitet oder kaltverformt werden muss.Beispiele hierfür sind Drahtziehen, Schmieden und Blechbearbeitung.
    • Anlassen: Unverzichtbar für Bauteile, die eine Kombination aus Härte und Zähigkeit erfordern, wie z. B. Werkzeuge, Zahnräder, Federn und Strukturteile.Durch das Anlassen wird sichergestellt, dass diese Teile den Belastungen standhalten, ohne zu versagen.
  5. Auswirkungen auf die mechanischen Eigenschaften:

    • Glühen: Verringert die Härte und erhöht die Duktilität, wodurch sich der Stahl leichter bearbeiten lässt, aber weniger für Anwendungen geeignet ist, die eine hohe Festigkeit erfordern.
    • Anlassen: Erhält einen hohen Härtegrad bei gleichzeitiger Verbesserung der Zähigkeit, wodurch sich der Stahl für Anwendungen eignet, bei denen sowohl Festigkeit als auch Haltbarkeit entscheidend sind.
  6. Prozess-Ablauf:

    • Glühen: Wird oft als eigenständiger Prozess oder nach der Kaltbearbeitung durchgeführt, um den Stahl für die weitere Verarbeitung vorzubereiten.
    • Anlassen: Folgt in der Regel auf ein Härteverfahren (Abschrecken), um die Eigenschaften des Stahls für den vorgesehenen Verwendungszweck zu optimieren.

Durch das Verständnis dieser wichtigen Unterschiede können Käufer von Stahlgeräten oder Verbrauchsmaterialien fundierte Entscheidungen darüber treffen, welches Wärmebehandlungsverfahren am besten für ihre spezifischen Anwendungsanforderungen geeignet ist.

Zusammenfassende Tabelle:

Aspekt Glühen Anlassen
Zweck Erweichen von Stahl, Verbesserung der Duktilität und Abbau von inneren Spannungen. Reduziert die Sprödigkeit und erhält gleichzeitig die Härte und Zähigkeit.
Temperaturbereich 700°C bis 900°C (Erwärmung über dem kritischen Punkt). 150°C bis 650°C (Erwärmung nach dem Härten).
Abkühlungsprozess Langsame Abkühlung, oft in einem Ofen. Kontrollierte Abkühlung, oft an der Luft.
Mikrogefüge Grober Perlit oder Sphäroidit (weicher und duktiler). Gehärteter Martensit (weniger spröde, behält seine Härte).
Anwendungen Zerspanung, Umformung, Drahtziehen, Schmieden und Blechbearbeitung. Werkzeuge, Zahnräder, Federn und Strukturteile, die Festigkeit und Haltbarkeit erfordern.
Mechanische Eigenschaften Reduzierte Härte, erhöhte Duktilität. Ausgewogene Härte und Zähigkeit.

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